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LAPLAND TRAVELDIARY II

Viel zu lange ist es schon her, dass ich eine Woche im ultimativen Winterwonderland verbracht habe – in Lappland. Mittlerweile ist dort die Sonne (beziehungsweise das Tageslicht generell) verschwunden und wird sich erst wieder Mitte Januar blicken lassen. Daher bin ich froh, den Trip schon vor etwa einem Monat gemacht zu haben, da ich so noch genügend Fotos machen konnte, auf denen man auch tatsächlich etwas erkennen kann Im ersten Teil des Traveldiaries konntet ihr ja schon ein paar Eindrücke bekommen, jedoch wollte ich euch unbedingt noch die Fotos von meinen beiden Lieblingstagen der Reise zeigen.

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Ein paar Busstunden weiter nördlich von Inari haben wir auf dem Weg nach Norwegen in Utsjoki Halt gemacht, wo wir den Ausblick auf einem wunderschönen Eissee genießen konnten und uns die Holzhütten anschauen konnten, die dort stehen. Weiter ging es nach Nuorgam, dem nördlichsten Ort in Finnland und der EU. Dort war es nicht besonders spannend, da es dort außer einer Tanke und eines Supermarkts so gut wie nichts gibt – Daher habe ich von diesem kleinen Örtchen auch keine Bilder, aber es war auf jeden Fall interessant, mal dort gewesen zu sein.

Weiter ging es nach Norwegen, genauer gesagt nach Bugøynes. Das Fischerdorf, das bekannt für seine King Crabs ist, liegt in etwa 500 Kilometer nördlich des Polarkreises und war definitiv eines meiner persönlichen Highlights der Reise. Das Dorf ist sehr süß, typisch skandinavisch und liegt direkt an einer Meeresbucht, in die sich an diesem Tag auch so einige Wale verirrt hatten. Aus dem Bus heraus habe ich drei Wale gesehen und ich war einfach nur hin und weg! Da für mich Reisen ans Meer immer noch total außergewöhnlich sind (ich bin in einer Wandererfamilie aufgewachsen…), war das einfach nur total überwältigend. Als ich die erste Flosse entdeckt habe, haben mich alle anderen ausgelacht und wollten mir nicht glauben, aber nach ein paar Minuten kam schon die nächste und ich kann ganz stolz behaupten, als Erste im Bus einen Wal entdeckt zu haben, haha!

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In dem kleinen norwegischen Dorf leben nur um die 200 Menschen und es hat eine kleine Schule, in der wir vom Schulkoch vor Anbruch der Dunkelheit um 13 Uhr leckere Fischsuppe und Knäckebrot serviert bekamen. Ja, es wurde tatsächlich schon so früh dunkel, und wie oben schon beschrieben, ist in diesen nördlichen Bereichen der Welt bis Januar keine Sonne mehr zu sehen! Durch die Zeitverschiebung war der Sonnenuntergang in Bugøynes noch mal eine Stunde früher, aber auch um 14 Uhr in Lapland schon im Dunkeln zu tappen ist für jemanden, der aus einer der sonnigsten Gegenden Deutschlands kommt (Südpfalz represent), irgendwie ungewöhnlich.

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Blick auf Bugøynes und den arktischen Ozean. Ich kann immer noch nicht glauben, dass ich hier hineingesprungen bin!

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Als alter Schwimmbadmuffel und Verachter jeglicher Tätigkeiten in der Öffentlichkeit, bei denen man weniger anhat, als man anhaben sollte, war ich natürlich noch ein Sauna-Neuling und musste erst einmal kräftig dazu überredet werden, in Norwegen in die Sauna zu gehen. Im letzten Moment hab ich meinen inneren Schweinehund aber dann doch noch überwunden und hab mich mit knapp 30 Menschen in eine dunkelrote Holzhütte am Strand gequetscht und mir ordentlich einen abgeschwitzt. Man sagt, dass eine Sauna mit Meerwasseraufguss in Bugøynes eine der besten sein soll, da die Meeresmineralien einem eine besonders schöne Haut zaubern, also konnte ich ja schließlich nicht nein sagen.

Nach dem Schwitzen kam schon die nächste Überwindung: Die gesamte Schweißmannschaft ist nach der Sauna den Hügel zum Strand heruntergewatschelt und wir sind tatsächlich in den arktischen Ozean gesprungen! Das war so ein unglaublich gutes Gefühl, sag ich euch. Zwar hat man es nicht länger als ein paar Sekunden im eiskalten Wasser ausgehalten, aber das war definitiv eine der coolsten Sachen, die ich jemals gemacht hab. Ich bin ja schon ein kleines bisschen Stolz auf mich… Am Abend waren wir übrigens noch mal in der Sauna, allerdings in unserer Herberge in Inari, und sind zwischen den Gängen abwechselnd in den Schnee und in einen kleinen Eissee gehüpft! Lapland war auf jeden Fall eine Reise, die ich nicht vergessen werde, vor Allem wegen den vielen Schweinehunden, die ich in dieser Woche überwunden habe.

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Das zweite Highlight der Reise nach Lapland war der Besuch einer Rentierfarm in Inari. In Lappland leben unzählige Rentiere, die alle den Samen gehören, den letzten und einzigen „Eingeborenen“ Europas. Das indigene Volk gibt es in Finnland, Norwegen, Schweden und Russland und die Samen haben ihre ganz eigene Sprache und Tracht. Die Familie, die wir an diesem Tag besucht haben, möchte so wenige Touristen wie möglich auf ihrer Farm, weshalb hier alles sehr traditionell gehalten war, was ich super finde, da man sowieso schon immer viel zu viel Zeit in Souvenirsshops und Touristraßen verbringt.

Auf meiner Erasmus Bucketlist stand jedenfalls eine Fahrt im Rentierschlitten ganz weit oben und deshalb musste diese Chance natürlich auch genutzt werden. Ganz gemächlich sind wir also einmal um die Farm getuckert und ich hab es tatsächlich geschafft, ganz Kardhashianlike ein Rentierselfie zu schießen, haha! Rentiere sind unheimlich liebe, ruhige Tiere, die es gar nicht mögen gestreichelt zu werden, die aber umso lieber aus der Hand gefüttert werden wollen. Am Liebsten hätte ich mir eins mit nach Hause genommen…

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Nachdem uns die Besitzerin der Farm so Einiges über Rentiere und die Farm erzählt hatte, durften wir mit der Familie in eine kleine Holzhütte, in der wir Kaffee, Tee und Kekse bekamen und in der die Großmutter der Familie uns traditionelle Lieder vorsang. Das klingt jetzt alles ganz kitschig, aber es war richtig toll, das traditionelle Lapland kennenlernen zu können und zu sehen, wie traditionell manche der Samen heute immer noch leben.

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tourist-me and my new friend Sven

Das war’s jetzt aber mit meiner Nostalgie, ich muss mich jetzt wieder meinem letzten Essay in Finnland widmen. In nicht einmal mehr 4 Tagen geht es schon wieder zurück nach Deutschland und ich bin schon ein wenig traurig, dass dieses spannende Abenteuer und die vier Monate in Helsinki vorbei sind, freue mich aber mindestens genauso auf Zuhause und auf Weihnachten.

Ich wünsche euch allen eine schöne Weihnachtszeit!

Lena x


Today I would like to show you some more pictures of my trip to Northern Lapland in November. I hope you can forgive me my laziness, but during the last days in Helsinki I had to work so much on my final essays, which is why writing in German was such a nice change and after this long post I am a bit too tired to translate the whole thing…  So I would just like to tell you about the most important things about this trip!

We went to Bugøynes, a little fishing village with around 200 inhabitants in Norway, around 500km north from the Arctic Circle. There we saw whales, had some homemade fish soup at a little school, went to the sauna and jumped into the Arctic Ocean. This trip definitely was an adventure I will never forget!

Also, we visited a traditional Sami reindeer farm at which we got to ride a reindeer sleigh and learned about the history of the indigenous Sami people. The oldest woman of the family we spent the day with even sang us some traditional songs in a little wooden tipi-like cabin in which we had some hot coffee and tea.

So, after spending enough time blogging, I really need to get back to my final essay that I have to hand in before I leave. I’m finally returning home to Germany in less than 4 days! It’s so crazy how time flies and I’m already a bit sad that my Finnish adventure is over now, but Christmas is around the corner and also is my birthday, so going home is not so bad after all.

Have a wonderful Christmas time!

Lena x

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LAPLAND TRAVELDIARY I

Es gibt Reisen die sind anders. Reisen, die einen nicht loslassen wollen, wenn man wieder in seinem eigenen Bett liegt. Von manchen Reisen nimmt man mehr mit als ein paar geknipste Tourischnappschüsse, kitschige Souvenirs oder einen Sonnenbrand – Sie sind Erlebnisse, Erfahrungen und schlichtweg einzigartig. Wir reisen nicht nur in ein anderes Land, sondern in eine andere Welt. Ich rede hier nicht von der wilden Selbstfindungsphase, in der wir doch irgendwie alle stecken, sondern von Reisen wie der, die ich letzte Woche nach Lappland, sprich in die Arktis unternommen habe.

17 lange Busstunden nördlich von Helsinki, über 300 Kilometer über dem Polarkreis liegt das wunderschöne Inari. Nord Lappland habe ich mir genau so vorgestellt und trotzdem war ich geflasht, als ich das erste Mal in den teilweise fast kniehohen Schnee gestapft bin und die weite Seenlandschaft gesehen habe. Direkt vor unserer Haustür lag der See Inari, der noch nicht komplett zugefroren war und daher ein Spiegel der atemberaubenden Landschaft war.

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Coat: Vaude // Scarf: No Name // Hat: H&M // Jeans: Topshop

Ganz dick eingepackt gingen wir stundenlang wandern, bis es dunkel wurde – um 14 Uhr einen Sonnenuntergang zu sehen ist irgendwie komisch, aber auch beruhigend. Hier ist alles friedlich, es ist mucksmäuschen still, man ist in der absoluten Wildnis. Das nächste Krankenhaus ist mehrere Stunden mit dem Auto entfernt und in der Nacht wird der Himmel richtig dunkel, auch wenn der Sternenhimmel letzte Woche etwas bewölkt war. Keine Stadtlichter, die das Bild stören. Hinter der Wolkendecke waren nachts die Polarlichter zu sehen, ein grüner, tanzender Schleier, der uns alle total umgehauen hat und den wir wohl so bald nicht mehr zu sehen bekommen werden.

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Ich würde euch am Liebsten alle alle alle Fotos zeigen, die ich gemacht habe, aber das würde definitiv um die fünfzig Blogposts brauchen, denn ich konnte einfach nicht mehr aufhören. Besonders, da der Schnee den Fotos diesen kühlen Blauton gibt und ich gar nicht viel daran bearbeiten wollte, da sie mir auch so schon gut gefallen. Es war jedoch nicht leicht, ständig Fotos zu machen, denn erstens war es dann schon recht kalt, zweitens wurde es wie gesagt früh dunkel und richtig hell erst recht nicht. Mehr Bilder von meiner Reise findet ihr auf instagram.

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Rudolph Sven – Santa Claus Village Rovaniemi

Eines der wohl wunderbarsten Erlebnisse dieser Reise war es, endlich echte Rentiere sehen zu können. Im zweiten Teil dieses Traveldiaries zeige ich euch noch ein bisschen mehr von ihnen, denn ich bin sogar in einem Rentierschlitten gefahren. Das stand auf meiner Bucketlist für mein Auslandssemester, genau so wie Polarlichter zu sehen und generell nach Lappland und in die Arktis zu reisen: check!

Ich weiß, dass ich so bald nicht wieder in die Arktis reisen kann, daher habe ich diese Woche in Lappland doppelt genossen und alles aufgesogen, so gut ich konnte. Die Natur, nach der Sauna in den Schnee und den Eissee hüpfen, Rentiere, Schnee, der nicht nach zwei Minuten bräunlich schmilzt, Mashmallows über dem Feuer rösten… Das alles hat mich einfach umgehauen und ich bin so dankbar dafür, dass ich das erleben durfte. Finnland wächst mir von Tag zu Tag mehr ans Herz und ich bin froh, dieses Abenteuer angetreten zu sein.

Leider habe ich hier nur noch genau vier Wochen, bis es wieder zurück nach Hause geht – Ich freue mich aber auch riesig auf meine Familie, Freunde und vor allem Weihnachten.

Im zweiten Lapland Traveldiary wird es um einen kurzen Roadtrip nach Norwegen und zum Arktischen Ozean gehen, also bleibt dran! Auf meiner Facebookseite habe ich für euch noch ein kurzes Travelvideo hochgeladen, damit ihr noch mehr Eindrücke von meiner Reise bekommen könnt (schaut es am Besten in HD an).

Lena x

(for English see below)

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Inari

Some trips are different. Sometimes going on a trip doesn’t only mean going to another country, it also means going to a whole new world (if you have the song stuck in your ear now – me too aaaand you’re welcome). I’m not talking about the self-discovery trip we’re all on, no, what I talk about is travelling. My trip to Northern Lapland and the Arctic last week was one of those journeys I will never forget. Seeing the Northern Lights, reindeer, proper snow that doesn’t melt after two seconds and the stunning nature of the Arctic were on my bucketlist and I can now say: check! I am so happy to be in Finland and I’m falling in love with this beautiful piece of Earth over and over again every day. Being able to travel so much during my Exchange is the best thing that has happened to me in 2015 and I couldn’t be more greatful for all the experiences.

We stayed in Inari, which is located about 300km north of the Arctic Circle. Our accomondation was right next to lake Inari and far far away from civilisation: The next hospital is hours and hours away from here. This week in Lapland included not only late night saunas, jumping into an icy lake and into the snow in our bathing suits but also roasting marshmallos and many more exciting things, but I’m going to tell you more in my next Blogpost about the trip. We even saw Northern Lights, da beautiful green and dancing movement in the night sky that was absolutely breathtaking.

I can’t believe I’m already going back to Germany in four weeks, but I’m also excited to be with my family and friends again. And then there’s this thing called Christmas that I can’t even wait for any longer.

There is a little travelvideo on my facebook page for you – remember to watch in in HD. Also, feel free to follow me on instagram for more travel pictures. Part II of this traveldiary is about a short roadtrip to the Norwegian part of Northern Lapland, so stay tuned!

Lena x